Hans Friedmann

Dr. Hans Friedmann

widmet seine beruflichen Tätigkeiten seit 1984 der Weiterentwicklung der Biogastechnologie im In- und Ausland. Neben der Beratungsarbeit und der Realisierung von Bioenergieprojekten beteiligte er sich in vielen Jahren der Verbandsarbeit an der Gestaltung der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die Biogaserzeugung in Deutschland. Stark gewachsene Anforderungen an Effizienz sowie Flexibilität der Anlagen setzen heute neue Maßstäbe für die Biogastechnologie und sind Ansporn für Dr. Friedmann, einen aktiven Wissensaustausch in der Praxis zu fördern. Bei den Auslandsaktivitäten hat sich die Verarbeitung von Reststoffen aus der Zuckerindustrie zu einem Schwerpunkt entwickelt. Darüber hinaus betreibt Hans Friedmann mit der von ihm gegründeten BKW Biokraftwerke Fürstenwalde GmbH seit 2001 Biogasanlagen mit einer Leistung bis zu 5 MW.

Mechanischer Substrataufschluss zur Steigerung der Biogasausbeute

Neben den Enzymen ist der mechanische Aufschluss von Substraten am weitesten verbreitet. Mechanischer Aufschluss der Substrate wird schon immer im Biogasanlagenbetrieb eingesetzt. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Substrat zerkleinert werden kann:

  • Bei…

Über den Sinn von Aufschlussverfahren zur Biogasertragssteigerung

Gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten werden viele „neue” Verfahren entwickelt und propagiert, um die Biogasausbeute aus den Substraten zu steigern. Die bekanntesten Techniken am Markt sind

  • Enzymeinsatz zum Aufschluss und zur Viskositätsminderung
  • mechanischer Aufschluss…

Sinn und Notwendigkeit der Spurenelementzugabe

Mikronährstoffe oder Spurenelemente (das sind meist Schwermetalle) werden in allen Biogasanlagen benötigt. Die Mikronährstoffe sind die zentralen Atome in den Enzymen, welche die Methanbakterien bilden müssen, um Biogas erzeugen zu können. Ohne…

Übersäuerung des Fermenters

Eines der teuersten Probleme beim Betrieb von Biogasanlagen ist die Übersäuerung des Fermenters. Ist die Fermenterbiologie übersäuert, kann es u.U. Monate dauern, bis die Anlage wieder auf Leistung ist und die geplanten…

Analyse der Spurenelementversorgung von Biogasanlagen – Teuer und sinnlos?

Die Analyse der Mikronährstoffkonzentrationen im Fermenter liefert keine brauchbare Aussage über den Versorgungsstatus der Fermenterbiologie. Diese Kosten können gespart werden. Der Einsatz individueller Mischungen ist nicht sinnvoll, da der Versorgungsstatus nicht sinnvoll bestimmbar ist. Eine sichere Mikronährstoffversorgung der Fermenterbiologie ist nur durch korrekte Zugabe eines definierten Produktes, orientiert am Wachstum der Bakterienpopulation möglich.

Meine Geschichte mit dem Mikronährstoffeinsatz in Biogasanlagen

Der Einsatz von Mikronährstoffen oder essentiellen Spurenelementen wird von uns seit über 25 Jahren verfolgt und entwickelt. Die Erfahrung zeigt, dass Mikronährstoffe wie Acinor 1000 in allen Anlagentypen, auch beim Einsatz von Gülle, zur Verbesserung der Prozeßstabilität führen. Hohe Raumbelastungen sind nur mit Zugabe von Mikronährstoffen machbar.

Selbsterwärmung und Fermenterkühlung

Als ich 2005 damit begann, die ersten hoch belasteten (Raumbelastung 8-10 kg oTS/cbm/d) Biogasfermenter zu bauen und in Betrieb zu nehmen, trat ein unerwartetes Phänomen auf – im Sommer wurden die Fermenter…

Der Einfluss der Temperatur bei der Biogasproduktion

Ist es nicht recht unlogisch, dass es zwischen 40 und 50 °C keine Bakterien geben soll, die sich optimal an dieses Temperaturfenster angepasst haben? Ich weiß mittlerweile, dass die mesophil – thermophil – Lehre falsch ist, auch wenn sie selbst in neuesten Richtlinien einmal mehr abgeschrieben wurde. Ich betreibe Biogasanlagen seit mehr als 15 Jahren mit Fermentertemperaturen zwischen 30 °C und 55 °C und sehe keinerlei Unterschiede in Methanausbeute und Prozessstabilität.